Nach einer Woche Sauwetter vom Feinsten waren viele Bäche in der Umgebung reichlich eingeschenkt. Grund genug, nicht auf den offiziellen Saisonstart zu warten, sondern bereits eine Woche vor dem WHW-Anpaddeln dem Wildwasser zu frönen. Organisatorisch kein Problem, denn Volker lässt sich bei gutem Wasserstand nicht lange bitten.

Nach kurzer Diskussion stand die große Enz im Nordschwarzwald als Ziel fest. Der Pegel in Höfen zeigte 135cm. Bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen erreichten wir zur Mittagszeit den Einstieg bei Enzklösterle. Der Bach: schnelles, kaltes, klares rotbraunes Wasser. Die Formation: Volker paddelt voraus und Ute räumt hinten auf.

Zu Beginn vielleicht 5m Breit hieß uns die Enz mit einigen kleinen Stufen willkommen, die zum Surfen einluden. Einzig einige quer über den Bach gespannte Schnüre auf Kopfhöhe und ein Drahtseil auf der Wasseroberfläche stellten unnötige Gefahren dar und forderten Max, der aus unbekannten Gründen sein Paddel verlegt hatte, eine grazile Handrolle ab.

Auf dem oberen Abschnitt, noch vor Erreichen des ersten Wehrs, lag gut sichtbar der erste Baum quer über dem Bach. Unpassierbar, gigantisch, aber ohne Probleme zu umtragen. Der obere Abschnitt der Enz wartet mit drei Wehren auf, von denen zwei problemlos über eine Rutsche befahren werden konnten. Lediglich das Kastenwehr am Ende der Ortschaft Sprollenmühle musste kurz links umtragen werden. Nach diesem Wehr veränderte sich der Flusscharakter leicht. Die die regelmäßigen kleinen Stufen wichen einzelnen Steinkombinationen, die für schöne Wellen und Walzen sorgten. Bei kräftigem Wind verschwand die Sonne hinter dunklen Wolken. Es sollte nicht lange dauern, bis ein ordentlicher Regenguss einsetzte und uns bis zum Ende der Tour begleitete.

Ein weiterer Baumverhau wurde von den allermeisten umtragen und ein Engpass aus umgestürztem Baum von links und Wurzeln von rechts sorgte für eine Massenkarambolage beim Versuch, dem Hindernis auszuweichen. Paddler aus Tübingen (glaubt der Autor sich zu erinnern) räumten dann freundlicherweise kurz bevor wir ihn erreichten, einen weiteren stattlichen Baum mithilfe einer Seilkonstruktion aus dem Bach.

Das Wehr in Lautenhof (mit der markanten, tiefen Brücke darüber) war nach Besichtigung halb links fahrbar. Ute, Volker und Max gönnten sich im tiefen aber wenig rückläufigen Loch im Unterwasser eine Nasendusche, während der Rest links umtrug. Kurz nach diesem Wehr kündigte ein Fußballplatz am linken Ufer den Beginn des Kurparks an, in welchem der Bach nochmal eine Stufe kurviger und verblockter wurde. Herrliche Surfwellen und tiefe Walzen versprachen ein krönendes Finale. Ein Schwimmer im Kurpark war etwas unglücklich, weil der Bach hier weitgehend ohne Kehrwasser zwischen Mauern verläuft, wodurch das herrenlose Boot erst nach einiger Strecke eingefangen werden konnte.

Nach dem Kurpark folgte eine kurze Strecke durch die Ortsmitte von Bad Wildbad ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Das ca. 100m vor dem Ausstieg befindliche letzte Wehr rutschten wir ohne Probleme runter.

  Im Namen der jungen wilden Polos einen herzlichen Dank an Volker und Ute für die Organisation der Tour, Tipps, Vorausfahren und die gelegentliche Bergung.

Paddler: Chris, Julia, Max, Rob, Ronja, Rumi, Ute, Volker

Bach: Große Enz von Enzklösterle bis Bad Wildbad. Pegel Höfen 135cm, WW II-III, im Kurpark stellenweise WW III

Wehre: Alle fahrbar bis auf das Kastenwehr bei Sprollenmühle (3. Wehr ab Enzklösterle)

Gefahren: Schnüre über dem Bach, Drahtseil auf Wasseroberfläche (alles im oberen Abschnitt), 2 Bäume zum Umtragen, 1 fahrbarer Slalom zwischen Baum und Wurzel

 

Autor: Rob