Zum Paddeln rund um den Bodensee fanden wir uns am Samstag den 1.9.2018 auf dem DKV Campingplatz in Konstanz ein. Die fünf Paddler wurden von zwei Radfahrern begleitet. Gemeinsam wollten wir von Konstanz bis nach Meersburg das schwäbische Meer umrunden.

Nach einem geselligen Abend in der nahe gelegenen Gaststätte brachen wir frohgemut zu unserem ersten Ziel auf.

Die Teilnehmer: Markus, Marianne, Barbara, Micha, Andreas, Silvia, PeterMarkus, Marianne, Barbara, Micha, Andreas, Silvia, Peter

Die erste Anpaddel-Stelle war das etwa 25 km entfernte Romanshorn auf der Schweizer Seite des Sees. Bei etwas diesigem aber regenfreien Wetter nahmen wir die erste Tagesetappe vom ‚Konstanzer Hörnle‘ über die Bucht, in der der Rhein durch den Bodensee in den Untersee fließt, in Angriff. Nach der zwei Kilometer langen Überquerung der Bucht konnten wir uns in Ufernähe unserem Ziel nähern und dabei die beschauliche Natur und schöne Gebäude auf Schweizer Seite bestaunen.

Eine abwechslungsreiche Überraschung erlebten wir, als plötzlich Böen aufzogen und den bis dahin ruhigen See ein Wellenmeer verwandelte. Die über 30 cm hohen Wellen boten uns zum Abschluss dieser Etappe eine willkommene Herausforderung; das Anpaddeln gegen den Wind und der hohe Seegang weckten in uns den Sportsgeist. Voller Enthusiasmus durchpflügten wir mit unseren Kajaks die sich vor uns auftürmenden Wellen bis wir etwas nass und erschöpft, aber bestens gelaunt Romanshorn erreichten.

An unserem Ziel angekommen stiegen wir bei der Anlegestelle des dort ansässigen Kanu-Clubs aus. Die nächste Nacht verbrachten wir nach einem ausgiebigen Abendessen im Vereinsheim.

Romanshorn

Gut ausgeruht machten wir uns am nächsten Morgen nach Rheinspitz auf, wo wir auf dem Campingpatz des Yachthafens unsere Zelte aufschlugen. Ein kurzer Spaziergang nach dem Essen entlang der Altrheinmündung rundete den Abend ab.

Am nächsten Tag ging es weiter am Südufer des Bodensees entlang, wo die nächste Herausforderung auf uns warten sollte – die Überquerung der Rheinmündung. Laut Reiseliteratur war mit einer starken Strömung zu rechnen, die auch Baumstämme mit sich reißen konnte.

Nachdem wir das Naturschutzgebiet am Uferrand mit seinen Schilfrohren und Singvögeln passiert hatten, erreichten wir die Mündung des Rheins.

Seit dem Rhein Anfang des 19 Jh. sukzessive sein neues Mündungsbett geschaffen wurde, flankieren heute zwei Dämme längs die Wasserader, die weit in den Bodensee hereinreichen und den Zufluss in sein enges Mündungsgebiet geleiten.

Die Rheinmündung war schon aus der Ferne sichtbar, da das Rheinwasser sich durch seine dunkle Farbe kontrastreich von der Farbe des Bodenseewassers absetzte. Jahreszeitlich bedingt war die Strömung des Zuflusses jedoch relativ schwach, sodass wir ohne Probleme die Überquerung vollziehen konnten.

Nachdem wir mit den Fingern die unterschiedlichen Temperaturen zwischen See und Zufluss inspiziert hatten, paddelten wir auf den östlichen Damm zu, was in einem ausgiebigen Picknick mündete.

Als wir entlang des Ostufers weiter paddelten, waren wir erstaunt, als sich in der Ferne Gebäude zeigten, die auf Pfählen erbaut wurden. Doch die Abwesenheit der Gondolieri ließ uns schnell erahnen, dass wir hier nicht Venedig ansteuerten, sondern die Bregenzer Seebühne. Viele Pfähle, die von Ferne aussahen wie Zahnstocher, stützten die weltweit größte Seebühne, die über 6000 Zuschauern eine Plattform für klassischen musikalischen Genuss bietet.

Auf der Höhe der Stadt angekommen, zeigte sich vor einem Hotel eine große Wasserfontäne, die wir auch sogleich zu einer erfrischenden Abkühlung zu nutzen wussten. Allerding hatten wir die Rechnung nicht mit den Hotelbetreibern gemacht, die sich an diesem Mittag leider als Spielverderber erwiesen; nachdem der erste von uns das kalte Nass genossen hatte, wurde uns leider das Wasser abdreht.

Nach einem weiteren Zwischenstopp, den einige von uns für ein ausgiebiges Bad im See nutzen, erreichten wir das nächste Etappenziel Lindau.

Lindau

Gestärkt durch ein ausgiebiges Frühstück auf dem Campingplatz des Kanuclubs stachen wir wieder in den See, um unsere vorletzte Etappe nach Fischbach bei Friedrichshafen in Angriff zu nehmen. Das traumhafte Wetter versüßte uns die Reise.

Schloss Montfort

Am Ufer von Langenargen bot sich uns ein uns ein pittoresker Anblick. Das beschauliche Schloss Montfort, das 1866 im maurischen Stil erbaut wurde, ragt auf einer Landzunge in den See hinein und bot uns ein märchenhaftes Panorama.

Während der gesamten Tour ließen wir es uns nicht nehmen, regelmäßig Pausen für ein ausgiebiges Sonnen- und Seebad zu nutzen und unsere Blicke über das großartige Alpen-Panorama schweifen zu lassen. Einige Male nutzen wir die Gelegenheit, um von Seeseite aus Freibäder anzusteuern. Hier wurde uns immer wieder der niedrige Wasserstand des Bodensees gewahr, der mehr als einen halben Meter unter seinem Mittelwert lag, die Ufer freilegte und die Wassersportanlagen weit über die Wasseroberfläche herausragen ließ.

kleine Hilfestellung

Die Stimmung während der gesamten Reise war stets ausgelassen und kameradschaftlich; kleine gegenseitige Hilfestellungen waren bezeichnend für das gute Zusammenspiel in der Reisetruppe.

Friedrichshafen

Die letzte Nacht von Mittwoch auf Donnerstag beherbergte uns der Wassersportverein von Fischbach bei Friedrichshafen auf seinem Zeltgelände. Die dort angesiedelte Gaststätte bot uns an diesem Abend nochmals die Gelegenheit uns für die letzte Etappe zu stärken.

Unser letztes Etappenziel Meersburg erreichten wir dann schließlich am frühen Nachmittag.

Nach den über 100 km im Kanu und auf dem Fahrrad konnten wir schließlich unsere Autos in Konstanz holen und nach dieser rundum gelungenen Tour die Rückreise antreten.