Im Jahr 2013 nahmen zum ersten Mal Mitglieder des WHW-Heidelberg am Wildwasser-Wochenende des Bodenssekanurings im Appenzellerland teil. Seit dieser Zeit ist für einige Wildwasserfahrer dieser Termin ein fester Bestandteil ihrer jährlichen Terminliste.
In diesem Jahr war die Beteiligung des WHW etwas mager, doch die, die sich entschlossen hatten ins Alpenvorland zum Paddeln zu fahren, wurden neben Paddeln mit Sonne pur und einem beeindruckenden Panaromablick belohnt.
Samstags stand die Sitter auf dem Plan. Die, die es etwas einfacher haben wollten, befuhren die Sitter unterhalb St. Gallen. Auch wenn wegen "Nicht-rechtzeitig-am-Treffpunkt-sein" man der durch den Kraftwerksablass bedingten Welle etwas hinterherhinkte, so hatte doch jeder Spaß. Auch diejenige die plötzlich im knietiefen Wasser neben dem Kajak stand.
Die Wildwasserfraktion befuhr die obere Sitterschlucht und kam trotz mageren 3 m3/s auf ihre Kosten. Da wir das Kanonenrohr nicht befuhren und lieber über den im Fall stehenden Felsen einen Felsstart beim Umtragen machten - dürfte selbstverständlich sein. Normalerweise hätte man nach erreichen des Ausstiegs, beladen der Boote und wieder hoch zum Einstieg fahren, erwartet können, gleich den Second Run zu machen. Aber die Mittagspause wurde etwas ausgedehnt und auf Schmelzwasser gehofft - leider umsonst. (Anmerkung: die Welle kam erst um 19°°). Doch auch ohne signifikanten Wasserstand stiegen wir am Nachmittag wieder in die Boote. Ohne Zuschusswasser wurde beim zweiten Run der Schwerpunkt auf Stil verlegt: perfekte Linie, sauberer Boofschlag, vermeiden der T-Haltung usw.. Einen von links, unter Wasser nach rechts stromab, aus dem Fluss ca. 1m herausragenden liegenden Baumstamm (- als wäre er speziell zum Grinden plaziert worden) bot Youngster Xenia die Möglichkeit den Oldschoolern ihre Moves zu zeigen: Erst ein Jump - Grind nach links - Backflip - Undertreeroll mit anschließendem Back-with-Head-in-the-Air. Wären die kleinen Finger abgespreizt gewesen, hätte sie auch in der B-Note 10 - 10 -10 Punkte erhalten. Trotz diesem idealem Trainingsgebiet, haben dann doch die Oldschooler den Baum herausgesägt. Die Folgestrecke beim 2ten run hat noch einiges zu bieten. wie z.B. das sittergekühlte Bier zu dem uns Grillerenthusiasten die ihr Picknick auf einer Kiesbank in der Schlucht abhielten, einluden. Einen dritten Run ließen wir wegen "Pegel-steigt-einfach-nicht" bleiben.
Abends am Strohgade waren wieder Fremdsprachenkenntnisse gefragt, als beim gemeinsamen Grillen/Abendessen überwiegend nur noch Paddlerlatein gesprochen wurde.
Sonntags stand Tour auf der Thur auf der Tagesordnung. Für die einen ab Bütschwil einen leichten Abschnitt. Für die anderen die obere Thur mit ihren Waldschluchten und Wasserfällen. Nach der Besichtigung des 10m hohen Gießenfalls und seiner Möglichkeit der schweißtreibenden Umtragbarkeit entschieden wir uns, erst im Tumpf des Falls einzusetzen, wobei die Folgestrecke einiges Intressantes zu bieten hatte, aber auch einiges mühsam zu umtragendes. Doch nicht nur beim Umtragen kam der Wurfsack beim Abseilen der Kajaks zum Einsatz, auch beim Herausziehen eines Schwimmers aus einem tückischen Rücklauf. Letztendlich war die obere Thur hart erkämpft, aber ein Highlight.
Auch bei der Befahrung der Thur ab Bütschwil blieben nicht alle kopfoben und im Boot. Den Indianerkatarakt als "muss man nicht ansehen" eingestuft, wurde dem Vorfahrer zum Verhängnis. Doch alle Schwimmer des Tages blieben, außer einem eventuell gebrochenen Stolz, unverletzt und bei Sonne satt, tut eine kühlende Erfrischung sogar gut.

Resumee:
Auch wenn der Wasserstand auf der Sitter hätte mehr sein können, war das Wildwasserwochende mit Schlaf im Stroh wieder eine schöne Wochenendpaddelaktion gewesen. Wozu die Sonne, der blaue Himmel,das warme Wetter und die 16 miteinander hamonisierenden Paddler beigetragen hatten.
Ich denke nächste Jahr bin ich wieder dabei.

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Bilder von oberer Sitterschlucht:

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