30.06.2012 bis 01.07.2012 Vorderrheintour

Klein aber fein

Vorderrhein klein? Nee. Pegel klein? Nee. Gruppengröße klein? Ja, klein aber fein.

Betreits das vierte Mal in Folge ging der WHW an den Vorderrhein. Und die Gruppenstärke waren in der Vergangenheit zum Teil hoch gewesen. Doch in diesem Jahr wollten nur noch drei (Jan, Ute und Volker) an den Vorderrhein und sie wurden für ihre Wir-Fahren-Trotzdem-Einstellung mit schönem, sonnigem, warmen, Wetter, guten Wasserständen und  tollen Befahrungen belohnt.

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Nachdem man in Thusis auf dem wegen Bauarbeiten geschlossenen Campingplatz, von der Polizei wohl behütet verbracht hatte, fuhren sie am Samstagmorgen nach Reichenau an den Raftausstieg. Sie erkundigten sich über die aktuellen Pegelverhältnisse und hoffte auf weitere Paddler mit denen sie ggf. umsetzen könnten. Aber anscheinend waren alle Paddler, nicht nur die restlichen Heidelberger vom sonnigen Wetter und den 85 Kubik pro Sekunde des Vorderrhein plus den 15 Kubik, die der Glenner noch dazubrachte, abgeschereckt gewesen. Also fuhren die drei mit ihrem Auto und den Kajaks alleine durch das Vorderrheintal nach Ilanz um einen Blick in den Glenner zu werfen. Das Wasser des Glenners war tiefgrau, doch das ist es meist. Aber es schien nicht zuviel zu sein. Genaueres sahen sie erst am berüchtigten 4(?)-m Wehr. Der Glenner führte deutlich mehr Wasser, als bei der letztjährigen Vereinsbefahrung, aber der Rücklauf des Wehres war noch machbar, zumindest wenn man nicht ganz rechts fuhr.  Also nahmen sie den Einstieg in Uors und setzten in den Valserrhein ein. Flott kamen sievoran, und erreichten schnell das erste Kriterium des Glenners, das nach der Besichtigung problemlos gemeistert wurde.

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Es war ein gutes Tempo, daß sie auf dem  Glenner hinlegten und da sie das Wehr schon bei der Anfahrt besichtigt hatten, wurde es auch direkt genommen. Doch leider wurde eine wichtige Paddlerregel nicht beachtet. "Gebt dem Vorfahrenden genug Zeit, den Fotoapparat auszupacken und die linse zu trocknen, daß er die Nachfahrenden gut fotografieren kann." Was aber nur zur Folge hatte, daß es nur ein Bild der Wehrbefahrung gibt und dieses zeigt auch nur den Vertreter der Jugendabteilung auf Tauchstation im Tumpf.

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Schnell kamen sie dann zum Schlitz. Den sie nach Besichtigung zum Teil mit Überschlag und Rolle, einfach durchpaddelnd oder per Pedes am Land bewältigten. 

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Die Galerie konnten sie bereits bei der Anfahrt vom Auto aus begutachten und so war eine "Befahrung auf Sicht" ohne besondere Ereignisse. Auch der Rest des Glenners war ebenfalls spritzig und schön und nach einer schneller Befahrungen, paddelten sie in den grünlichen Vorderrhein ein. Sie erkannten gleich, das mit den 15 Kubik des Glenner die 100 Kubik des Vorderrheins auf keinen Fall zu viel waren. Das erste Wehr hatte sich wieder einmal geändert.  Es war zwar über der gesamten Breite überspült, aber es gab einen Durchbruch, in dem es zwei Stromzungen mit interessanter Verschneidung gab-einfach wenn man auf einer Zunge fuhr und spaßig und ungefährlich wenn man in die Verschneidung direkt fuhr, auf Tauchstation ging und auf der anderen Seite des Schwalls wieder auftauchte. Allgemein stellten sie fest: "Der Vorderrhein ist nicht schwerer, oder groß wuchtiger bei 100 Kubik. Auf jeden Fall der Vorderrhein verträgt noch viel mehr Wasser!"

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Selbst das "Schwarze Loch" hatte nach dem Verlust der Floßgasse an Reiz verloren, doch nicht so die Flimser Schlucht  mit ihren imposanten Konklomeratwanden.

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Als Abendsport war die Viamal geplant gewesen. Einstieg und Verlauf wurden von ihnen angeschaut und auf Risiken ausgwertet worden. Sie warteten bis die Kassiererin ging. Doch der Ausstieg blieb ihnen verborgen, so dass sie fast unausgelastet den Weg zum Gebiet ihres nächsttäglichen Sonntagsvergnügen antraten, In Tiefenkastel fanden sie einen kleinen Zeltplatz auf dem eine Katze sich alleine heldenhaft der Übermacht der Junikäfer stellte.

Am nächsten Morgen gingen sie auf die Albula, doch selbst bei 40 Kubik  (bereits HW) war der Wasserstand zwischen Filisur und der Landwassermündung sehr knapp.

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Doch das änderte sich gewaltig. Nach einem Kilometer kam Zuschusswasser von der Landwasser. Nicht nur flott ging es voran sondern rasant. Die erste schwere Stelle der Waldschlucht wurde besichtigt und dann überwunden, entweder mit Verweilen in der

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in der Walze oder Rolle oder per Pedes an Land. Doch dann hieß es in der Waldschlucht. "Party go on." Ohne Unterlass ging es hinab und vor ihnen war das Wasser nur noch weiss und die Gischt spritzte auf.  Es war Rock´n-Roll vom Feinsten bis zum Ausstieg vor dem unfahrbaren Wehr in Tiefenkastel.

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Sie tauschten einen Blick aus und dann hieß es nur: "Second run, douple fun!" und so taten sie es auch, bevor sie den Rückweg antreten mussten. (Anmerkung: beim zweiten Run wurde der einfachere Ausstieg an der Brücke vor Tiefencastel gewählt.)

Teilgenommen haben

  • Volker Gärtner
  • Jan Gärtner
  • Ute Endele

Gepaddelte Strecken

  • Valserrhein/Glenner - Uors bis Mündung - 10 km
  • Vorderrhein Mündung - Glenner bis Reichenau - 20 km
  • Albula - Filisur bis Wehr Tiefencastel - 9,2km
  • Landwasser/Albula - Straßenbrücke bis Brücke vor Tiefencastel - 8,5 km

Resumee

Es war eine beindruckende Tour im mittleren Schwierigkeitsbereich, auch wenn der Vorderrhein gegen Glenner und Albula fast nur landschadftlichen Reiz hatte. Der Vorderhein verträgt noch einiges an Wasser, 100 Kubik sind absolut unproblematisch. Jedoch bei mehr Wasser kann eventuell das Wehr am Glenner problematisch werden. Hingegen ist die Albula, mit Einstieg Landwasser, bei viel Wasser nur zu empfehlen - für mich nach vielen Jahren der Albulaabstinez, eine fast vergessene Schönheit.

Nachtrag. Dies war die erste Vorderheintour ohne Schwimmer.